Sichtbar von links nach rechts.

Am 01. Juli fand die Inklusionsveranstaltung der Stadtverwaltung Freiburg im Bürgerhaus Seepark statt. Zusammen mit Cathrin Hänggi, der Ausbildungsverantwortlichen - Sie hat damals meine Einstellung veranlasst und mitentschieden - habe ich an diesem Event teilgenommen.

Als paralympische Wintersportlerin und blinde Arbeitnehmerin werde ich immer wieder sowohl in meiner Freizeit, als auch beim Sport und bei der Arbeit mit dem Thema Inklusion konfrontiert. Sicherlich kann man sagen, dass ich Inklusion lebe und teilweise verkörpere.

Letztes Jahr war ich bei einer Podiumsdiskussion der Stadt Lörrach dabei, in diesem Rahmen stand die Inklusion innerhalb der Sportvereine im Vordergrund. Doch Inklusion lässt und sollte sich auf alle Bereiche des Lebens übertragen.

Der Badische Behinderten Sportverband (BBS-Baden) hat mir Fragen zum Thema Inklusion gestellt:

1. Was bedeutet für Dich "Inklusion"?
Für mich bedeutet Inklusion das Zusammensein von Nichtbehinderten mit Behinderten in jeglicher Gemeinschaft und Aktivität auf einer freiwilligen, ausgelassenen und freudebringenden Basis.

2. Welche Rolle spielte in Deiner Karriere der Sportverein?
Anfangs war ich im Schwimmverein. Dort konnte ich "normal" an den Schwimmstunden teilnehmen und selbstständig meine Bahnen ziehen. Als ich dann zum Leichtathletik Verein wechselte, ergaben sich doch mehr organisatorische Dinge, da etwa das Laufen oder Weitspringen als vollblinde Person alleine, also ohne Begleitperson nicht möglich ist. Meiner Meinung nach muss stark hinsichtlich Behinderungsgrad und Sportart unterschieden werden. Der Vereinsport hat mir immer sehr viel Spaß bereitet, ich bin jedoch auch an meine Grenzen gestoßen. Erst durch die Gruppe für Biathlon und Langlauf, wurde alles Richtung einem festen Begleitläufer umgestellt. Im Leistungssport ist dies unabdingbar, im Breitensport oder je nach Sportart, können auch verschiedene Personen eine vollblinde Person begleiten. Eine Gruppe zum Trainieren zu haben ist jedoch sehr motivierend und ein sehr wichtiger Aspekt, den man nicht ungeachtet lassen sollte.

3. Was bedeutet der Sport überhaupt für Dich?
Mir hat der Sport immer die Möglichkeit gegeben, meiner Energie und meinem Bewegungsdrang freien lauf zu lassen. Es ist ein perfekter Ausgleich zum Alltag, da Stress durch sportliche Aktivität abgebaut werden kann. Zudem fördert der Sport sehr stark die Mobilität, sei es durch das alleine Hinkommen zur Sportstätte, das Kennenlernen neuer Strecken oder die Umgewöhnung bei neuen Räumlichkeiten und Gegebenheiten. Darüber hinaus bietet der Sport die Möglichkeit, Grenzen auszutesten. Auch der Kontakt und das Kennenlernen mit Nichtbehinderten fällt in einem sportlichen Rahmen oft sehr leicht, denn die Sehenden lernen schnell, was trotz Blindheit alles möglich ist. Ein gemeinsames Interesse, wie der Sport, kann Berührungsängste und Barrieren im Kopf mindern und ein unvoreingenommenes und lockeres Verhältnis schaffen. Dies kann aber auch auf andere Bereiche übertragen werden wie beispielsweise die Musik.